Weltkulturerbelauf durchs Rheintal , von Koblenz nach Bingen , 65 km
Die Fotos findet Ihr unter www.fotoexpedition.de , meiner Fotoseite, unter "Wke-Lauf Rheintal"
Profil
| Start | 5:30 Deutsches Eck , Koblenz |
| Ende |
15 Uhr , Rhein-Nahe-Eck , Bingen |
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Pausen |
Keine |
| Streckenlänge |
ca. 65 km laut Flusskilometrierung , 67 km laut Fahrradtacho |
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Höhenmeter |
keine Nenneswerten |
| Streckenart |
zu 90 % Fahrradweg , 10 % Wirtschaftswege mit Schotter. Vorsicht, der Weg hat eine Neigung, einseitige Belastung ! |
| Stationen |
Koblenz, Rhens,Spay,Boppard, Bad Salzig, St.Goar, Oberwesel, Bacharach, Bingen. |

Vor ein paar Wochen kam mir im Training eine alte Idee wieder „hoch“ , von Koblenz nach Bingen zu laufen.Es war in der Zeit als das Rheintal zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Die 65 km am Rhein entlang , fast ausschließlich nur Radweg, sind landschaftlich wunderschön gelegen.
.Der Ausblick auf dieses Erlebnis interessierte mich so stark,daß
ich die Idee ausbaute und den Termin auf 14.9.02 festlegte.Mit meinem Verein , dem LC-Bingen , sprach ich die Möglichkeit ab ,einen offiziellen „Ultra-Weltkulturerbelauf-Rheintal“ zu organisieren.
Da ich in dieser Zeit nicht auf fast 70 km vorbereitet war , plante ich den Lauf als Staffellauf.
Ich bereitete soweit es ging , meinen Kopf und Körper auf die Gesamtdistanz von 65 km vor.
- Der Lauf wird Wirklichkeit , geplant für 2003. -
Das dieser Tag so wunderschön werden würde dachte ich nicht , meine Fotos sollen dies zeigen.
Bevor ich vom Lauf berichte , möchte ich noch eine kleine Anmerkung anbringen.
Meine Berichte scheinen manchmal etwas „abgehackt“ zu sein.Man sollte bedenken , daß ich mich in meinen Laufrhytmus zurückziehe.Ich nehme die Zeit und Umgebung dann anders wahr.
Um 5:30 Uhr starteten wir , mein Begleiter und ich , am Deutschen Ecke in Koblenz, es war noch stockdunkel.Wir folgten dem Rhein, ich fiel langsam in meinen Laufrhytmus , mußte dies aber aufgeben , da das Rheintal mit Sonnenaufgang und Nebel seine mystisch schöne Seite zeigte. Das Wort Rheinromantik ist ab diesem Zeitpunkt kein Wort mehr für mich, es ist eindrucksvolle Wirklichkeit geworden.Irgendwie dachte ich in diesen Momenten, an die Nibelungen und an die Moldau von Bedrich Smetana, der in diesem klassischen Stück musikalisch den Lauf der Moldau beschreibt.
Hier am Rhein erlebte ich es ähnlich und stellte mir die Frage wie dies vor 1000 Jahren gewesen sei ?
Mittlerweile passiere ich Lahnstein , auf der anderen Seite gelegen, wo die Lahn in den Rhein mündet.
Wieder folgt ein Stop zum Fotografieren.Es entstehen wunderschöne Fotos.
Angekommen in Spay genieße ich die Breite des Flusses , ich gehe mit dem Tempo runter um ein Powerbar Riegel zu essen und etwas zu trinken.Das Trinken wird an diesem Tag sehr wichtig, die Sonne legt nocheinmal richtig zu mit 25 Grad. Ich darf nicht dehydrieren und muss mich daran gewöhnen alle 20 Minuten zu trinken.An meinem rechten Bein stelle ich Verspannungen fest , dies ist ungewöhnlich nach gerade einmal 15 km.
- Ein paar Stunden später werde ich feststellen , daß der Radweg dem Rhein zu geneigt ist.Diese Neigung führte zu einer einseitigen Belastung, die meine linken Kniebänder überbeanspruchten. -
Weiter geht es nach Boppard , wo ich die Halbmarathondistanz erreiche.Die Sonne wird immer stärker, ansonsten bin ich noch Top-Fit.
Vorbei an der Kurtadt Bad-Salzig , laufe ich weiter nach St. Goar. Mittlerweile macht mir die Hitze und Helligkeit zu schaffen , ich ziehe meine Sonnenbrille an um mich zu schützen.
-Trinken , immer wieder trinken Mein Begleiter mixte mir meine Getränke und versorgte mich, ohne Ihn wäre es , an diesem Tag nicht zu schaffen gewesen.
Das nächste Ziel kennt jeder , St. Goarshausen an der Loreley .Dort warteten Simon Geyer und Wolfgang Chladek auf mich. Hier hätte ich aussteigen können, aber mit dieser tollen Unterstützung gab es nur einen Weg , den Richtung Bingen.Wir erzählten und so verging die Zeit so schnell ,daß wir in Oberwesel ankamen.Oberwesel war die Marathondistanz, von Koblenz bis hier sind es ca. 42 km.
Wir nutzten einen schattigen Platz für eine 5 minütige Pause , zum stretchen und trinken.
Kurz vor Bacharach , entschieden wir uns , die Laufgruppe zu trennen. Das Tempo war mir zu hoch , die Sonne hatte mich ausgelaugt.Ich brauchte eine lange Gehpause.Meine Mitläufer verabschiedeten sich schweren Herzens , aber ich mußte in meinen Rhythmus zurück.
So nutzte ich die Zeit um zu fotografieren, die Pfalz bei Kaub , eine sehr schöne Wasserburg kurz vor Bacharach. Aber der Weg zog sich, ich fotografierte eine kleine Rheininsel ,und endlich sah ich Burg Stahleck , nun war ich fast zu Hause. Es waren nur noch ca. 11 km bis Bingen , meine 50 km Marke war schon lange überschritten , ich befand mich in der Ultra-Distanz.
Nach Bacharach begann ich wieder zu laufen , ich schaltet ab , fiel in meinen Laufrythmus und erreichte Trechtingshausen. Nun konnte mich nichts mehr davon abhalten, Bingen zu erreichen.Ich merkte mittlerweile ein kleine Blase am Fuß und durch einseitige Belastung ,aufgrund der Wegbeschaffenheit , mein linkes Knie.Es ging mir gut ich war fit, genoss jeden Schritt , sah den Binger Mäuseturm.
Wir ließen den Bahnhof links liegen,passierten die Bücke und gingen zum Rhein-Nahe-Eck .Hier wartete die LC-Kindergruppe.Mit den kleine Helden lief ich zum Bürgermeister Neff Platz , hier endete meine Tour.Erklären mußte ich hier nur , warum ich so „komisch“ liefe.........
Ich danke im Besonderen:
Arnold Schmidt , dem Supporter ohne Ihn wäre es nicht zu schaffen gewesen.
Simon Geyer und Wolfgang Chladek als die Staffelläufer.
Es sei gesagt , daß beide Kurz- bzw. Mittelstreckler sind.
Sie sind 30 km gelaufen , und ab jetzt Ultra-Kurz- & Mittelstreckler.
Silvio Stern für die konstruktiven Gespräche rund um den „Ultra-Weltkulturerbelauf-Rheintal“
Steffi Schardt und Ihrer Kindergruppe , die es sich nicht nehmen ließen , noch einen extra Kilometer mit mir zu laufen.
Hier sei noch angemerkt , daß wir einen Sponsor suchen. Die Kinder malen Ihre Trikots mit dem Vereinslogo selber.