Rudersdorf-Survival am 2. Advent - 07.12.03
- Der Tageskurs -
- Es hat schon seinen Sinn, warum der Bericht bei mir unter Laufberichten erscheint -
Survival dürfte jedem ein Begriff sein, spätestens durch Rüdiger Nehberg. Was man da so alles macht, erfahren Sie in dem folgenden Bericht. Arnold, mein Ultrasupporter, und meine Wenigkeit starteten Sonntag morgen um 6:30 Uhr zum Abenteuer Survival. Wir hatten Temperaturen um den Gefrierpunkt. Wir fuhren auf die Autobahn und schon waren wir in Richtung Siegen unterwegs, ins schöne und kalte Siegerland. Als wir um 8:30 Uhr angekamen, erwartete uns Rudersdorf mit molligen -5 Grad Celsius. Wenn das nicht ein guter Start ist! Ein paar Minuten später trafen wir auch schon Andreas, den Survival-Trainer und sein Team (Didi und Markus). Ungefähr ein akademisches Viertel nach Neun waren wir dann komplett. Wir, mittlerweile sieben Teilnehmer, liefen in Richtung des Trainingsgeländes. Es war eine mollig warme Wiese (Bild unten!).

Hier wartete die erste Aufgabe für das "neue Team"- Feuermachen und zwar nur mit Mitteln der Natur, als Eingeständnis der Zivilisation bekamen wir zwei Streichhölzer. Tipps vom Trainer Andreas, dann Teambesprechung oder besser Teammeeting? Alles klar los gehts, ich wollte eigentlich für den Zunder sorgen, der ist leicht und lag in der Nähe rum, stattdessen bekam ich "Zunder" und zwar von den Frauen. Die schickten mich dann zum holzhacken! :-)
Als wir die verschiedenen Zunder, Hölzer etc. gesammelt hatten, bereiteten wir die Feuerstelle vor. Akurat baute ich die Feuerstelle auf und bekam die Frage ab, ob ich denn Beamter sei? War wohl eine Anspielung auf die akurate Feuerstelle?! Meine verwirrte Antwort darauf war: "Ich bin Informatiker, der aber eigentlich keiner ist." Da gabs dann den nächsten Kommentar - Persönlichkeitsspaltung?!
Da wußte ich, endlich normale Leute! Hier bin ich richtig.
So nun ans Feuermachen, das erste Streichholz vergeigte ich - Pech- oder auf rheinhessisch: "Macht nix, aaner geht noch." Mit dem Gedanken im Kopf -letztes Streichholz- ging es ans feuermachen. In einer Survivalsituation hängt vom Feuer sehr viel ab! Schließlich schaffte ich es das Feuer zu entzünden. Als Belohnung gab´s Kaffee und Geschichten.

Nach dem Frühstück, dann Survival pur. Feuer machen war abgehakt, jetzt folgten Thematiken wie:
Der Survivalgürtel, der Feuerbogen, Orientierung, Essen zubereiten in der freien Natur, Wasseranalyse, Wasserfilterung. Ich werde auf die einzelnen Stichpunkte noch eingehen, doch vorab sei noch gesagt, der erste Eindruck war richtig. Das Team um Andreas Hartmann ist kompetent, sehr nett, flexibel und versteht es einem die Techniken gut beizubringen. Davon zeugt auch das Programm bis zur "realen Survivalübung". Angefangen beim Tageskurs, Vertiefung beim Wochenendkurs mit Übernachtung draußen und die Feuerprobe im "Survival-Intensiv-Kurs" über mehrere Tage.
Im Survivalgürtel ist alles was man im Notfall benötigt wie z.B.: Streichölzer, Pflaster, Notsignalmittel usw. Der Gürtel ist eine sehr individuelle Angelegenheit, jeder hat das darin was er für seinen Fall benötigt. Das ist auch die Meinung der Trainer und meine Erfahrung. Ich habe selbst einmal "Outdoorkurse" in Richtung "Survival-Light" gehalten und kenne auch durch meine Läufe die Problematik bzw. Thematik. Persönlich half mir Andreas mit wirklich guten Tipps weiter, die ich auch umsetzen werde bzw. schon umgesetzt habe. Man lernt halt immer dazu.......und an diesem Tag habe ich viel gelernt.
Essen, das Thema beim Survival. Nur was?! Richtig: Regenwürmer...falsch.
Auch das hat mir bei dem Trainig gefallen, die Thematik des "Würmerfressens" fällt bei den Tageskursen komplett raus. Wer sich weiterbilden möchte, kann sich mit dem "Wochenendkurs" etc. noch weiter mit der Thematik beschäftigen. So fingen für uns die Trainer Andreas, Didi und Markus ein paar Kottlets. Helga backte das Trapperbrot "Bannok". Was richtig gut schmeckt mit Asche verfeinert. Mittagessen am Lagerfeuer. Die Sonne war inzwischen rausgekommen, doch wir hatten immer noch so um die vier Grad Minus.
Nach dem Essen survivalten wir in Richtung Feuerbogen. Nicht mein Thema, ich habe auch nicht viel mitbekommen, da ich mit Didi über Selbstverteidigung plauschte. Didi ist der zweite Trainer, er hat noch die zusätzlichen Fachgebiete: Selbstverteidigung und Märsche. Dann ging es natürlich los mit den Geschichten. Und da hatte er eine besondere auf Lager:

Didi kannte mal Einen, der eine Katze hatte, welche eines Tages mit einer Plastiktüte spielte. Und wie es so kommen muß, verfing sie sich mit den Hinterbeinen in den Henkeln der Plastiktüte.Wenn man der Katze zu nahe kam, fauchte und kratzte Sie. Man kam also nicht ran, wie also das Problem lösen?
Den Nicht-Kursteilnehmern sei gesagt: Absoluter Insider, da können nur die Kursteilnehmer mitlachen.
Wasser steht nun auf der Tagesordung. Biologische Wasseranalyse. Auf was deuten bestimmte Indikatoren hin? Was filtern Wasserfilter raus? Ich wußte z.B. nicht, daß faules Wasser nicht durch filtern trinkbar gemacht werden kann. Ein sehr weites Feld, was aber auch in "Spezialtrainings" bei Andreas gelernt werden kann.
Der letzte Punkt ist die Orientierung mit Karte und Kompaß, es ist noch richtig kalt. Wir teilen uns in Gruppen auf. Die einen sind an der Karte, die anderen an dem Lagerfeuer. Wir bekam dann auch noch Besuch und zwar von Carlos, einem Schweitzer. Gemeinsam standen wir dann am Lagerfeuer und ließen den Tag ausklingen.

Zum Abschluss bekam ich noch mal Siegerländisch für Rheinhessen. Rjiewekuchä , meint Kartoffelbrot.
Und eine Einführung in die Fauna anhand des "Dildehappe". Der Dildehappe ist ein äußerst scheues Tier, von dem noch nie ein Exemplar gefangen wurde, es existiert nur im Siegerland.....Da stellte sich mir doch die Frage: Kann man den Dildehappe essen?
Das Einizige was ich nicht lernte war "Wie baue ich ein indianisches Schwitz-Tipi". Doch das machen wir bestimmt im Wochenendkurs, denn der ist auch schon gebucht.
Weitere Informationen bekommen Sie bei Andreas Hartmann alias www.survival-abenteuer.de